Niederösterreichischer Bauernbund
Forum Land

2009-10-29; Folge 44/2009 

Frauen waren beim Literaturwettbewerb von „Forum Land“ die großen Gewinner

KULTUR – Von der Schwierigkeit, unter 320 Manuskripten die besten herauszufiltern und warum es beinahe unmöglich ist, wirklich gerecht und objektiv, literarische Arbeiten korrekt zu bewerten.
 
Es sei ein unmögliches Unterfangen, soviele literarische Werke halbwegs objektiv zu bewerten,  urteilte Jury-Vorsitzender Alfred Komarek.  176 Autorinnen und Autoren hatten mit 320 Manuskripten den  Juroren  as Leben schwergemacht. „Unterschiedlicher hätten die Texte nicht sein können“,  befand Komarek und gestand zu, dass es  „angewandter Grausamkeit der Jury bedurfte, um schließlich ein Urteil zu fällen“.

Und das fiel so aus: Christl Greller und Nicole Makare wicz sind die Gewinnerinnen in der Kategorie „Prosa“. Greller, zuvor Werbetexterin und seit zehn Jahren Schriftstellerin, gewann mit  "Die  französische Revolution“. Nicole Makarewicz, langjährige Journalistin, siegte mit  "Vergissmeinnicht“. Ingrid Czapka-Hinterecker betreibt ein Antiquitätengeschäft und schreibt. Mit   "Wunschtraum“ errang sie  den Sieg in der Kategorie „Lyrik“. Und warum verschlägt es einen gerade zur Lyrik? Es sei die verdichtete Sprache, die eine sehr konzentrierte Atmos phäre schaffe, dazu   käme die Sprachmelodie,  beantwortete Czapka- Hinterecker diese Frage. Preisträgerin Nummer vier –  ie gewann in der Kategorie „Junge Autoren“ – war an diesem Abend  schon in wärmeren Gefi lden. Die  24-jährige Bianca  Tschaikner gewann mit „Landliebe“, befand sich  aber schon in Marokko. Der Literaturwettbewerb, den der „Forum-Land“-Arbeitskreis „Kultur in den Dörfern“ schon zum siebenten Mal veranstaltete, war  diesmal das erste Mal bundesweit ausgeschrieben und wurde medial von NÖN und KURIER unterstützt. Der NÖ Landtagspräsident, Hans Penz, zog in seiner Rede Vergleiche zwischen Autorenund Politikern. Beide müssten Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß beweisen. 

„Literarische Perle“ 

Dem Vorgänger Alfred Komareks als Jury-Vorsitzender, dem Klagenfurter Schriftsteller Prof. Alois  Brandstetter, attestierte Penz, den Literaturwettwerb von „Forum Land“ zu einer „literarischen Perle“ geformt  zu haben. Hinsichtlich der vier Preisträgerinnen nahm Penz Anleihe bei einer ehemaligen Literatursendung im Fernsehen. Die vier Schriftstellerinnen bezeichnete er als  "Literarisches Quartett“ und weil es von  hier nur einen Katzensprung zu einem Mitglied dieses  Kritiker- Quartetts ist, zitierte der Landtagspräsident Marcel eich-Ranicki: „Ein Literaturwettbewerb soll der Literatur eine Öffentlichkeit schaffen. Und er soll der Öffentlichkeit zur Literatur verhelfen.“ Präsentiert wurde an diesem Abend auch das Buch „Trau.Schau.Frau. – Frauen auf dem Lande“, in dem auch die Beiträge der Preisträgerinnen veröffentlicht sind. Das Buch ist über den Agrarverlag erhältlich und kostet 14,90 Euro.

 

 Hier einige Fotos von der Preisverleihung im Palais Niederösterreich:
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LITERATURWETTBEWERB/FORUM LAND – Rund 320 Gedichte und Geschichten von 176 AutorInnen wurden von einer hochkarätigen Jury bewertet.

Es war weder beabsichtigt noch geplant, aber irgendwie lag es bei diesem Thema in der Luft: Beim  großen Literaturwettbewerb von Forum Land (Arbeitskreis „Kultur in den Dörfern“), der unter dem  Titel „Trau.Schau. Frau – Frauen auf dem Lande“ erstmals bundesweit ausgeschrieben wurde, hatten die Damen die Nase vorne: Alle vier zu vergebenden Preise gingen an Frauen. Und das, obwohl  unter den 316 aus ganz Österreich eingesandten Manuskripten etwa ein Drittel von Männern  stammte.

Der Jury, die über die Qualität der Arbeiten zu befi nden hatte, gehörten an:  Schriftsteller Alfred Komarek als Vorsitzender, Thomas Jorda (NÖN-Niederösterreichische Nachrichten), Sabine Daxberger (ORF-NÖ), Intendant Michael Garschall, Katharina Schicht  (Agrarverlag) und Paul Gruber (Forum Land). Für den „Kurier“-Sonderpreis (Autoren unter 30)  beurteilte Peter Pisa die Manuskripte. Komarek, der dieser Tage seinen fünften „Polt“-Roman herausgebracht hat, in zahlreichen Medien um Interviews und von vielen Gemeinden um Lesungen  gebeten wird, nahm sich dennoch viel Zeit für die Lektüre der eingesandten Arbeiten und zeigte  sich von der Qualität der meisten Einsendungen sehr angetan. Er rühmte vor allem den  Einfallsreichtum und die Originalität zahlreicher Texte. 

Beim 1. Preis Prosa allerdings konnte  sich die Jury nicht einigen – es lagen zwei gleich gute Arbeiten der Autorinnen Christl Greller  und Nicole Makarewicz vor. Das salomonische Urteil lautete  daher: Beide Autorinnen erhalten den ersten Preis. Bei Lyrik erhielt Ingrid Hinterecker den ersten Preis, und der  "Kurier“-Sonderpreis für Autoren unter 30 Jahren ging an Bianca Tschaikner.

Paul Gruber,  Geschäftsführer des Arbeitskreises Kultur in den Dörfern und Initiator des  Literaturwettbewerbes, hielt fest, dass in den bisher sieben Wettbewerben rund 1100 Autoren mehr als 2700 Manuskripte eingesandt und damit ein facettenreiches, kritisches Bild des ländlichen Raumes gezeichnet hätten. „Dass sich  Autoren mit dem Land beschäftigen, das ist der Zweck dieses Literaturwettbewerbes“, so Gruber.  Die Preisverleihung und die Präsentation eines Buches mit den besten Geschichten und Gedichten  finden im Oktober statt.

1. Preis Prosa: „Die französische Revolution“, Christl Greller. Die Autorin lebt in Wien und NÖ, arbeitete u. a. für eine Werbeagentur, ist seit l995 schriftstellerisch tätig und erhielt dafür  mehrere Auszeichnungen, darunter den Wilhelm Szabo-Lyrikpreis.

1. Preis Prosa: „Vergissmeinnicht”, Nicole Makarewicz. Sie lebt in Wien, ist seit l994 freie Journalistin und Redakteurin. Mehrere literarische Veröffentlichungen in Anthologien. Im April erschien ihr bisher erster Roman „Tropfenweise“.

1. Preis Lyrik: „Wunschtraum“, Ingrid Czapka-Hinterecker. Sie lebt in Wien und Zisserdorf bei  Geras, arbeitete als Sozialarbeiterin in NÖ, dann als Journalistin, veröffentlichte u.a.  Kinderbücher und Sachbücher. Betreibt einen kleinen Antik-Laden.

1. Preis „Junge Autoren":   "Landliebe“, Bianca Tschaikner. Sie lebt in Dornbirn. Geht demnächst für ein Jahr nach Marokko, schreibt u. a. Theaterstücke, Gedichte, Kurzgeschichten, arbeitet an einem Kochbuch mit Rezepten und Geschichten aus Südamerika.

 

 

 Hier finden Sie Fotos von den diesjährigen Gewinnerinnen:
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