|
LITERATURWETTBEWERB/FORUM LAND – Rund 320 Gedichte und Geschichten von 176 AutorInnen wurden von einer hochkarätigen Jury bewertet.
Es war weder beabsichtigt noch geplant, aber irgendwie lag es bei diesem Thema in der Luft: Beim großen Literaturwettbewerb von Forum Land (Arbeitskreis Kultur in den Dörfern“), der unter dem Titel Trau.Schau. Frau – Frauen auf dem Lande“ erstmals bundesweit ausgeschrieben wurde, hatten die Damen die Nase vorne: Alle vier zu vergebenden Preise gingen an Frauen. Und das, obwohl unter den 316 aus ganz Österreich eingesandten Manuskripten etwa ein Drittel von Männern stammte.
Der Jury, die über die Qualität der Arbeiten zu befi nden hatte, gehörten an: Schriftsteller Alfred Komarek als Vorsitzender, Thomas Jorda (NÖN-Niederösterreichische Nachrichten), Sabine Daxberger (ORF-NÖ), Intendant Michael Garschall, Katharina Schicht (Agrarverlag) und Paul Gruber (Forum Land). Für den Kurier“-Sonderpreis (Autoren unter 30) beurteilte Peter Pisa die Manuskripte. Komarek, der dieser Tage seinen fünften Polt“-Roman herausgebracht hat, in zahlreichen Medien um Interviews und von vielen Gemeinden um Lesungen gebeten wird, nahm sich dennoch viel Zeit für die Lektüre der eingesandten Arbeiten und zeigte sich von der Qualität der meisten Einsendungen sehr angetan. Er rühmte vor allem den Einfallsreichtum und die Originalität zahlreicher Texte.
Beim 1. Preis Prosa allerdings konnte sich die Jury nicht einigen – es lagen zwei gleich gute Arbeiten der Autorinnen Christl Greller und Nicole Makarewicz vor. Das salomonische Urteil lautete daher: Beide Autorinnen erhalten den ersten Preis. Bei Lyrik erhielt Ingrid Hinterecker den ersten Preis, und der "Kurier“-Sonderpreis für Autoren unter 30 Jahren ging an Bianca Tschaikner.
Paul Gruber, Geschäftsführer des Arbeitskreises Kultur in den Dörfern und Initiator des Literaturwettbewerbes, hielt fest, dass in den bisher sieben Wettbewerben rund 1100 Autoren mehr als 2700 Manuskripte eingesandt und damit ein facettenreiches, kritisches Bild des ländlichen Raumes gezeichnet hätten. Dass sich Autoren mit dem Land beschäftigen, das ist der Zweck dieses Literaturwettbewerbes“, so Gruber. Die Preisverleihung und die Präsentation eines Buches mit den besten Geschichten und Gedichten finden im Oktober statt.
1. Preis Prosa: Die französische Revolution“, Christl Greller. Die Autorin lebt in Wien und NÖ, arbeitete u. a. für eine Werbeagentur, ist seit l995 schriftstellerisch tätig und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den Wilhelm Szabo-Lyrikpreis.
1. Preis Prosa: Vergissmeinnicht”, Nicole Makarewicz. Sie lebt in Wien, ist seit l994 freie Journalistin und Redakteurin. Mehrere literarische Veröffentlichungen in Anthologien. Im April erschien ihr bisher erster Roman Tropfenweise“.
1. Preis Lyrik: Wunschtraum“, Ingrid Czapka-Hinterecker. Sie lebt in Wien und Zisserdorf bei Geras, arbeitete als Sozialarbeiterin in NÖ, dann als Journalistin, veröffentlichte u.a. Kinderbücher und Sachbücher. Betreibt einen kleinen Antik-Laden.
1. Preis Junge Autoren": "Landliebe“, Bianca Tschaikner. Sie lebt in Dornbirn. Geht demnächst für ein Jahr nach Marokko, schreibt u. a. Theaterstücke, Gedichte, Kurzgeschichten, arbeitet an einem Kochbuch mit Rezepten und Geschichten aus Südamerika.
|