Forum Land-Literaturpreis 2011 – Erzählungen, die berühren
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Berührungen“ – so lautete das Thema des diesjährigen Forum Land-Literaturpreises, den der Arbeitskreis „Kultur in den Dörfern“ unter Leitung von NAbg. Johann Höfinger und Geschäftsführer Prof. Paul Gruber heuer bereits zum neunten Mal ausgeschrieben hat. Bundesweit 180 Autoren
haben etwa 290 Arbeiten zur Begutachtung durch die unabhängige Jury eingereicht. Im Rahmen einer Festveranstaltung am Dienstag, 18. Oktober, im Francisco Josephinum in Wieselburg wurden die Preisträger vorgestellt und der bei av-buch erschienene Sammelband „Berührungen“ der Öffentlichkeit präsentiert.
Komarek: „Die Jury irrt immer ...
“Die fachkundig besetzte Jury unter Vorsitz des anerkannten Autors Alfred Komarek steht für das hohe Qualitätsziel des Forum Land- Preises. Weitere Mitglieder der Jury waren Mag. Sabine Daxberger (Land und Leute, ORF), Michael Garschall (Intendant operklosterneuburg und Herbsttage Blindenmarkt), Prof. Paul Gruber, Thomas Jorda (Ressortleiter Kunst & Medien und Chefredakteur- Stellvertreter der NÖ Nachrichten), Mag. Romana Mayrhofer (Pädagogin am Francisco-Josephinum) sowie Brigitte Millan-Ruiz (AV-Buch). Jury-Vorsitzender Alfred Komarek – er konnt persönlich nicht bei der Präsentation anwesend sein – betonte in einer schriftlichen Grußadresse wörtlich: „Die Jury irrt immer, sie hat aber auch immer recht. Denn eine Jury ohne Entscheidung wäre gescheitert.“ Komarek würdigte mit dieser Feststellung auch die eindrucksvolle und preiswürdige Qualität jener eingereichten Arbeiten, die es nicht auf die ganz vorderen Plätze geschafft haben. NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner dankte in ihrer Festansprache jenen, die zum Erfolg des Forum Land- Literaturpreises beitragen. Als Mitveranstalter sind das zuvorderst die NÖ Nachrichten, repräsentiert von Thomas Jorda, und das ORF-Fernsehen mit der Sendung „Land und Leute“, für die Sabine Daxberger verantwortlich zeichnet. Zum aktuellen Bewerb selbst betonte Tanner programmatisch, dass es beim Literaturpreis weniger um den verlegerischen Erfolg oder materiellen Gewinn gehe, sondern vor allem darum, die Stimmen der Autoren aus dem ländlichen Raum zu hören. Sie lieferten als kritische Menschen Texte, die wie ein Spiegel zeigen würden, woran zu arbeiten sei und was man verbessern könne. Diese Spiegelbilder müssten „nicht immer schmeichelhaft und auch nicht immer konventionell sein“, so Tanner.
Zwischen Befremden und Begeisterung
Die Bauernbunddirektorin berührte mit dieser Feststellung auch den im Publikum nach der gekonnt vorgetragenen Werkpräsentation durch Schauspieler Martin Gesselbauer aufgekeimten Zwiespalt, ob der inhaltlich zum Teil „unter der Gürtellinie“ angesiedelten Berührungsgeschichten in dem Sammelband. Wer triebgebundene Motive trotz literarischer Qualität nicht goutiert, sollte um den Band lieber einen Bogen machen. Davon abgesehen enthält das Buch aber auch andere literarische Perlen von Autorinnen und Autoren, die sonst gänzlich im weiten Meer der Erzählungen von menschlichen Begebenheiten und Empfindungen verborgen geblieben wären – Literatur aus Österreich eben.



